Catalina (C/2013 US10)

Catalina (C/2013 US10)  

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Catalina (C/2013 US10)

 

Nachdem uns letztes Jahr der Komet Lovejoy (C/2014 Q2) sehr lange begeistert hat und eine sehr schöne Erscheinung am Himmel abgab, sollte Catalina (C/2013 US10) seine Nachfolge Ende 2015 antreten. So ganz hat er dies zwar leider nicht geschafft, aber trotzdem bot auch er eine interessante Erscheinung am Himmel, indem er zwei Schweife ausbildete. Sein Gas- und Staubschweif waren besonders im Dezember 2015 gut zu beobachten gewesen, soweit es das Wetter zuließ. Im Januar 2015 schwächte dann der Gasschweif klar ab und stattdessen nahm der Staubschweif deutlich zu und wurde heller. Auf meinem Bild, dass am 19. Januar um 4 Uhr morgens aufgenommen wurde, ist dies gut zu erkennen. Der Gasschweif ist ganz schwach nach rechts oben wahrzunehmen (er zeigt gradlinig von der Sonne weg), während der Staubschweif (er bleibt auf der Flugbahn des Kometen) sich nach rechts unten wendet. Neben den Wetterbedingungen, die uns in Norddeutschland seit Anfang Dezember nicht verwöhnt haben, erschwerte die Uhrzeit die Beobachtung des Kometen. Trotzdem ist es immer wieder ein Erlebnis einen Kometen zu beobachten und "einzufangen", wie ich finde.

Der Komet Catalina (C/2013 US10) wurde am 31. Oktober 2013 vom Catalina-Projekt im Sternbild Wassermann bei 19. Größenklasse entdeckt. Er wies bei den ersten Aufnahmen bereits eine winzige Koma auf und befand sich zu dem Zeitpunkt noch 8 Astronomische Einheiten (AE) von der Sonne entfernt. Voraussagen ließen hoffen, dass er im November 2015 eine Helligkeit der 5. Größenklasse erreichen könnte. Leider hielt sich der Komet aber nicht daran und kam über die 6. Größenklasse nicht hinweg. Im Dezember 2015 tauchte er dann über dem morgendlichen Südosthorizont im Sternbild Jungfrau auf und wanderte seitdem weiter steil nach Norden. Anfang Februar wird er sich im Sternbild Drache und Giraffe aufhalten, sich dann aber schon weiter deutlich abgeschwächt haben.

Aufgrund des Wetters habe ich Catalina (C/2013 US10) erst am 18. Januar zum ersten Mal visuell wahrgenommen, indem ich um 6:30 Uhr, als mein Wecker zum Aufstehen klingelte, schnell mein Fernglas hervorholte und ihn noch vor Sonnenaufgang in der Nähe der Deichsel des Großen Wagens entdeckten konnte. Da das Wetter sich einigermaßen halten sollte, wollte ich am nächsten Morgen mein Glück versuchen und ihn auch fotografisch festhalten. Um ca. 3:30 Uhr justierte ich daher meine Montierung, um mit meinem 200mm Teleobjektiv einen Versuch zu wagen. Um 4 Uhr war es dann auch geschafft: der Komet wurde fast im Zenit erfolgreich zum ersten Mal abgelichtet. Die Aufnahmeserie lief eine Stunde und sollte ab 5 Uhr morgens, mit der Brennweite von 420 mm, durch meinen ED70-Refraktor ergänzt werden. Leider kamen Wolken diesem Unterfangen mal wieder in die Quere. Aber vielleicht ergibt sich ja noch eine weitere Gelegenheit, bevor er zu schwach wird.   

Aufnahmedaten: Montierung iOptron CEM60, Objektiv Sigma 70-200 mm F2,8 EX DG OS HSM, Öffnungsverhältnis 1/4, 200 mm Brennweite, Canon 700D, Klarglasfilter von Astronomik, 3.200 ASA, Einzelbelichtung: 60 s, Gesamtbelichtungszeit: 47 Bilder x 60 s = 47 min 

Foto und Text: © Dr. Kai-Oliver Detken (AVL)