Ute Spiecker, Bericht von der SOFI

Ute Spiecker, Bericht von der SOFI

Mittwoch, 29. März 2006, 8:30 Uhr:

Der Blick aus dem Zimmerfenster ist verheißungsvoll, wieder ein schöner Morgen mit blauem Himmel und Sonnenschein.  9:00 Uhr, Frühstück, wir bringen Lothar ein Ständchen, er hat das Glück, an so einem außergewöhnlichen Tag wie heute Geburtstag zu haben. Inzwischen stehen die meisten persönlichen Standorte fest.
Die Fotografen unter uns, Hans-Joachim, Horst, Helmut und Eugen bleiben auf den Balkonen im 5. Stock, assistiert von Magret, Mechthild, Annegret und Christa.
Maga und Jürgen fahren nach Side, sie wollen sich dort eine ruhige Düne suchen. Der „Rest“, nämlich Waltraud, Lothar, Florian, Heidi, Uwe, Renate und ich gehen an den Strand.

Auf dem Weg dorthin zieren überall Stative mit Teleskopen und Kameras unseren Weg, soweit das Auge reicht. Am Strand das gleiche Bild, es ist ein Astro-Volksfest im positivsten Sinne.
Wir bauen unser Equipment auf, ich habe zwei Stative, ein Binokular und zwei kleine Digital-Kameras dabei. Mit einer Kamera nehme ich einen kleinen Film von der Umgebung auf, kurz vor bis kurz nach der Totalität.
Mein Binokular ist mit Sonnenfiltern bestückt und eignet sich für dieses Ereignis wirklich hervorragend.

Die Aufregung nimmt allerorten zu, nun kann es eigentlich losgehen, doch die  Uhr zeigt erst 11.30 Uhr an, noch über eine Stunde bis zum 1. Kontakt.
Genau um 12:38 Uhr geht es endlich los, der 1. Kontakt beginnt, der Mond knabbert die Sonne an, die Show beginnt.
Gutes, schönes Bino, es macht Spaß den partiellen Teil der SoFi an diesem Gerät zu beobachten.

Relativ früh setzt der Finsterniswind ein, es kühlt ab, leider vergesse ich vor Aufregung mir diesen Zeitpunkt für`s Tagebuch zu merken.
Ab 13:50 Uhr steigt die Spannung, nur noch knapp fünf Minuten bis zur Totalität.  Das Licht wird immer fahler, es dämmert und wird jetzt richtig kühl. Heidi entdeckt als erste die Venus, und dann ist es soweit, 13:54 Uhr und 58 Sekunden, der Diamantring blitzt auf. Lothar ruft es allen zu und dann beginnt die Totalität, die Sonnenkorona wird sichtbar.
Jubel um uns herum (auch Autogehupe – und das am Strand!), ich bin überwältigt.
Nun schnell die Sonnenfilter vom Bino nehmen und hindurchschauen. Mir stockt der Atem, es sind wunderbare Protuberanzen zu sehen, jeder muss sich das anschauen – Wahnsinn!

Die Umgebung ist so dunkel wie in einer Vollmondnacht, am Horizont sieht man ein farbenreiches rötliches Sonnenuntergangsbild. Eigentlich ist es unbeschreiblich.
Viel zu schnell, nach gefühlten 30 Sekunden ist die Totalität zu Ende, in Wirklichkeit sind 3 Minuten und 49 Sekunden vergangen.
Der Sonnenrand wird rechts unten wieder freigegeben, schlagartig ist es wieder hell, erneut bricht Jubel aus, die Menschen klatschen.

Während der partiellen Phase haben wir interessante Schattenspiele durchgeführt und fotografiert.
So stechen wir beispielsweise mit einem Kugelschreiber >>SoFi 2006<< auf einem DIN A4 Blatt aus und fotografieren die vielen durchscheinenden keinen „Halbsonnen“ auf einem hellen Hintergrund. Genauso schön sehen die Schattenspiele der Baumkronen aus, ebenfalls lauter kleine Halbsonnen.

Um 15:13 Uhr gibt der Mond die ganze Sonne wieder frei, die Show ist vorbei. Wir packen zusammen und treffen uns zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch in der Kaffee-Bar am Pool.
Um 17:00 Uhr ist ein gemeinsames Gruppenbild aller Teilnehmer im Nova-Park-Hotel angesetzt.  Von den 562 Hotelgästen erscheint der größte Teil, die Stimmung ist ausgezeichnet.

Ute Spiecker

Erläuterungen

Alle Teilnehmer unserer Gruppe mit Ausnahme der Fotografin / 6 AVL-Sterne erkunden,
die Außenanlage vom "Nova-Park-Hotel" / gespanntes Zuhören, Maga liest aus einem Reiseführer / Aquädukt Phaselis: hier hatte Alexander der Große 334/333 v.Chr. sein Winterquartier / Chimaira: brennender Berg bei Olympos, hier verbrennt Methangas. Leuchtfeuer für die Seefahrer seit der Antike. / Side: Reste des Apollontempels, direkt am Hafen gelegen. Zur SoFi versammelten sich hier unzählige Menschen. / Pamukkale: Kalkterassen von Pamukkale (= Baumwoll oder Watteschloss)  / Theater Hierapolis: wunderschönes Amphitheater, entstand ca. 200 n. Chr. / Stative mit Fernrohren, Teleskopen und Kameras, soweit das Auge reicht, / Foto-Technik in Hochform / Ute mit ihrem bescheidenen Equipment / Schattenspiele mit kleinen Halbsonnen

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