Astronomische Vereinigung Lilienthal e.V.

Helle Supernova in Messier 82

 

M82-SN                                     (Ein Klick auf das Bild zum Vergrößern)

Rein zufällig beobachteten Londoner Studenten bei einer ihrer Übungen am 21. Januar 2014 einen unbekannten Stern in der nahen Galaxie M 82. Schnell war ihnen klar, dass sie eine Supernova entdeckt hatten.
Inzwischen wurde die SN auch von dem in Erdumlaufbahn befindlichen Weltraumteleskop Swift untersucht. Die NASA-Experten versahen diese  Supernova mit der Bezeichnung SN 2014J. Schnell wurde klar, dass es sich um eine SN vom Typ 1a handelt.

Dieser Typus ist für die Astronomie von besonderer Bedeutung, weil man diesen Supernovae nahezu gleiche absolute Helligkeitswerte zumisst. Damit werden diese kurzzeitigen Ereignisse zu so genannten Standardkerzen, die es ermöglichen, Entfernungen in fernen Galaxien zu bestimmen. Man kann dieses Ereignis schon jetzt als Glücksfall für die Astronomie bezeichnen. Denn durch die geringe Entfernung zu uns von ca. 12 Millionen Lichtjahren kann es möglich sein, den Vorläuferstern dieser SN anhand älterer Aufnahmen zu ermitteln. Damit könnte man die Vorentwicklung einer derartigen SN nachvollziehen - etwas, was bisher noch nie gelungen war.
Die Energie, die bei einer derartigen Explosion freigesetzt wird, ist unvorstellbar. In wenigen Sekunden wird eine Energiemenge zerstrahlt, wie sie unsere Sonne in ihrem ganzen Leben umsetzt.

Die aktuelle SN ist darüber hinaus die naheste SN dieses Typs, die in den vergangenen Jahrzehnten in der Umgebung unserer Milchstraße zu beobachten war. Lediglich die Supernova in der Großen Magellanschen Wolke von 1987 war zu uns näher gelegen. Die aktuelle Helligkeit bewegt sich zurzeit bei  10,7 mag. Bei ihrer Entdeckung waren es 11,7 mag. Es ist zu erwarten, dass sie noch Werte darunter erreichen könnte. Damit würde man sie in jedem guten Feldstechern beobachten können. In mittleren Teleskopen bekommt man sie bereits jetzt zu sehen. Dabei kommt uns zugute, dass M 82 und M 81 sehr hell sind und man sie anhand einer Aufsuchkarte schnell identifizieren kann.

Die kommenden mondlosen Nächte sind bestens geeignet diese Supernova "life" zu beobachten. In einigen Wochen wird ihre Helligkeit wieder abnehmen, bis man schließlich nichts mehr von diesem Ereignis sehen wird.

Gerald Willems (AVL)

 

Anmerkung

Bitte bedenken Sie: Dieses brandaktuelle Ereignis, das nur wenige Wochen beobachtbar sein wird, geschah vor etwa 12 Millionen Jahren, - und wir haben die einmalige Chance, Zeuge des Vorfalls zu sein!

E-J. Stracke (AVL)

 

 

Weitere Fotos der Supernova
von Mitgliedern der AVL Deep Sky Fotogruppe: