Bundesweiter Tag der Astronomie 2020 - Die lange Nacht der Planeten

Bundesweiter Tag der Astronomie 2020 - Die lange Nacht der Planeten

Ort: AVL-Sternwarte

Wir laden Sie herzlich zum Bundesweiten "Tag der Astronomie 2020 - Die lange Nacht der Planeten" ein.
Teilnahme kostenlos

Bundesweiter Tag der Astronomie 2020 - Die lange Nacht der Planeten

Nachdem der Astronomietag am 28. März dieses Jahres der Corona-Pandemie geopfert werden musste, soll dieser Tag nun im Oktober stattfinden. Am 24. Oktober, so hat es die Vereinigung der Sternfreunde festgelegt, soll es erneut einen Astronomietag geben. Die VdS, die Vereinigung der Sternfreund, hat diesen Tag vor 17 Jahren ins Leben gerufen. Landesweit beteiligen sich astronomische Vereine, Institute, Planetarien und verschiedene Einrichtungen rund um die Astronomie und öffnen an diesem Tag ihre Türen für die Öffentlichkeit. Besonders die praktische Seite der Astronomie steht dabei im Vordergrund. Denn selber einmal durch ein Teleskop zu blicken und fachkundige Erklärungen dazu zu erhalten, ist das eigentliche Anliegen der Initiatoren.

Anfang des Jahres mussten wir sämtliche öffentlichen Veranstaltungen absagen. Wir alle in der AVL haben das sehr bedauert und waren davon ausgegangen, dass dieser Zustand schon bald beendet sein würde. Inzwischen tut jeder gut daran, sich auf eine weitere unbestimmte Zeit mit den Einschränkungen zu arrangieren. Dennoch wollen wir in der AVL an diesem Tag etwas für die Öffentlichkeit anbieten. Der Name des diesjährigen Astronomietags lautet: “Die lange Nacht der Planeten“ und ist damit Programm des Tages bzw. der Nacht.

Um Ihnen schon vorab die Einzelheiten des Ablaufs unseres geplanten Astronomietags zu erläutern, soll schon an dieser Stelle erläutert werden, wie wir uns das vorstellen:

Der Ablauf:

Trotz aller Einschränkungen wollen wir in der AVL mit Ihnen den Astronomietag im Oktober 2020 durchführen. Dazu müssen wir nach einem vorgegebenen Konzept vorgehen, an das Sie, liebe Interessente, sich halten müssen.

  • Alle Angebote unsererseits werden im Freien auf dem Gelände der AVL stattfinden.
  • Das Durchblicken durch unsere Teleskope wird aus hygienischen Gründen nicht gestattet sein.
  • Wir werden verschiedene Teleskope mit hochempfindlichen Kameras versehen und damit einen Blick auf Geschehnisse am Nachthimmel über aufgestellte Monitore realisieren.
  • Auf unserer Homepage liegt ein Formblatt, das sich jeder Besucher herunterlädt und ausdruckt.
  • Darin werden alle Besucher einer Familie mit Namen, Adresse und Telefonnummer sowie die Ankunftszeit eingetragen.
  • Für alle, die keine Möglichkeit haben, sich dieses Formblatt zu beschaffen, legen wir genügend Exemplare aus, die Vorort ausgefüllt werden.
  • Während des Besuchs sollen Mund-Nasebedeckungen getragen werden.
  • Der Besuch wird in kleinen Gruppen erfolgen. Im Eingangsbereich werden dazu die Besucher von einem Mitglied der AVL in Gruppen zu jeweils fünf Personen eingeteilt und auf unser Gelände eingelassen.
  • Ein direkter Blick durch Okulare ist aus Hygienegründen nicht möglich.
  • Alle Besucher halten zueinander den üblichen Sicherheitsabstand von
    mindestens 1,5 m.
  • Kann der Sicherheitsabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden, muss die Mund-Nasebedeckung angelegt werden.
  • Beim Verlassen des Geländes werden die Abfahrtszeiten in das Formblatt eingetragen und das FB wird abgegeben.

Was also bietet uns die Nacht am Astronomietag?

Natürlich wird es, wie es das Motto des Astronomietags vorsieht, um unsere Planeten gehen. Mars wird Mitte Oktober seine Oppositionsstellung zur Sonne einnehmen und damit die ganze Nacht über beobachtbar sein. Das allein wäre schon ein Grund, eine Nacht im Freien zu verbringen. Während einer Planetenopposition ist ein Planet nicht nur genau gegenüber der Sonne zur Erde positioniert, er weist auch seinen geringsten Abstand zur Erde auf und erscheint damit besonders groß. Mit 0,419 Astronomischen Einheiten ist Mars “nur“ ca. 63 Millionen Kilometer von uns entfernt.

Abbildung: Der Nachthimmel zum Astronomietag am 24. Oktober 2020 um 21:00 Uhr
Abbildung: Der Nachthimmel zum Astronomietag am 24. Oktober 2020 um 21:00 Uhr

Gegen 20:00 Uhr befindet sich der zunehmende Halbmond im Süden und weiter westlich davon sehen wir ebenfalls auf der Ekliptik, der Umlaufebene der Erde um die Sonne, die beiden Gasriesen Saturn und Jupiter. Beide sind inzwischen weit in den Westen gewandert und werden gegen 22:00 Uhr am Horizont verschwinden. Sogar Uranus und Neptun sind östlich bzw. westlich des Mars am Nachthimmel zu sehen. Mit freiem Auge sind diese beiden Planeten allerdings nicht erkennbar. Erst ein guter Feldstecher, besser ein Teleskop, lässt diese beiden weit entfernten Gasplaneten sichtbar werden.

Wer bis in die zweite Nachthälfte ausharrt, bekommt jetzt bereits die ersten Wintersternbilder zu Gesicht. Im Südosten geht der Orion auf und man könnte den darin befindlichen Orionnebel im Teleskop erkennen. Im Westen verabschieden sich die Sommersternbilder hinter dem Horizont. Pegasus, das markanteste Sternbild des Herbstes mit seinem großen Viereck bleibt bis in die Morgenstunden sichtbar.

Bleiben wir aber bei den Planeten – auch wenn es nun weit in die zweite Nachthälfte hinein geht. Gegen 04:00 Uhr wird die Venus am Osthorizont aufgehen. Allerdings müssten wir eine Stunde länger auf den Aufgang des Planeten warten, denn zwischen 01:00 Uhr und 02:00 Uhr werden unsere Uhren um eine Stunde zurückgestellt und es gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit.

Es sind also viele Möglichkeiten geboten. Das alles umzusetzen, erfordert gute Sichtbedingungen. Den direkten Blick durch eines unserer Teleskope können wir aus Hygienegründen nicht bieten – unsere Augen gelten als eine der Eintrittsmöglichkeiten für Coronaviren. Wir wollen aber möglichst viele der aufgestellten Teleskope mit hochempfindlichen Kameras versehen und damit ein Life-Bild auf Monitoren erzeugen, mit denen dennoch eine möglichst direkte Beobachtung realisiert werden kann. In der Vergangenheit haben wir immer ein zusätzliches Programm in unserem Vortragsraum angeboten. Damit konnten wir auch bei schlechtem Wetter immer noch eine Art Notprogramm bieten. Das muss in diesem Jahr aus bekannten Gründen leider entfallen.

Wer Interesse hat, mit uns zusammen am Samstag, den 24. Oktober den Reigen der Planeten und was es sonst am Nachthimmel zu beobachten gibt anzusehen, ist herzlich willkommen. Bitte denken Sie an Ihre Mund-Nasebedeckung und halten Sie Abstand, wie Sie es inzwischen gewohnt sind. Wir wollen an diesem Astronomietag versuchen, den Kontakt, den wir seit vielen Jahren zur Öffentlichkeit pflegen, trotz aller Einschränkungen wieder aufleben zu lassen.

Text und Bild: Gerald Willems

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