Neuesten Beobachtungen des James-Webb-Teleskopes und das Alter des Universums

Neuesten Beobachtungen des James-Webb-Teleskopes und das Alter des Universums

Ort: AVL-Vereinsheim, Wührden

Referent: Dr. Dr. Gert Traupe
Datum: Dienstag, den 29. September 2026 um 19:30 Uhr
Ort: AVL-Vereinsheim, Wührden
Zeit: um 19:30 Uhr

 

Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) ist das größte und leistungsstärkste Infrarot-Weltraumteleskop, das je gebaut wurde. Es wurde gemeinsam von der NASA, der ESA und der CSA entwickelt. Seit Ende 2021 operiert es am Lagrange-Punkt L2, rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die exemplarische Abbildung des James-Webb-Weltraumteleskops zeigt ein seltenes kosmisches Phänomen, das als Einstein-Ring bezeichnet wird. Was auf den ersten Blick wie eine einzelne, seltsam geformte Galaxie aussieht, sind in Wirklichkeit zwei Galaxien, die weit voneinander entfernt sind. Die näher gelegene Galaxie im Vordergrund befindet sich in der Bildmitte, während die weiter entfernte Galaxie im Hintergrund die näher gelegene Galaxie zu umschließen scheint und so einen Ring bildet.

 

Eine Spirale durch eine kosmische Linse beobachten
Abbildung: Eine Spirale durch eine kosmische Linse beobachten

 

Neueste Bilder vom James-Webb-Space-Telescope (JWST) lassen nun am Alter des Universums zweifeln (bisher wurden 13,8 Milliarden Jahre geschätzt). Die Bilder zeigen Galaxien, die nach bisher geltender Rechnung 13,6 Gigajahre (1 Milliarde Jahre = 1 Gigajahr) alt sein müssten, also einen Zustand etwa um 200 Millionen nach dem Urknall zeigen. Irritierend ist jedoch, dass diese Galaxien schon so weit entwickelt sind, wie wir es aus anderen Fotos kennen, in denen die Galaxien zur Zeit der Aufnahme aber mindestens 1 Milliarde Jahre alt sein müssten. Entweder unsere Entwicklungsmodelle stimmen nicht oder das Alter des Universums ist größer als 13,8 Milliarden Jahre.

Ein Astronom namens Dr. Rajendra Gupta von der Universität Ottawa veränderte die Kosmologie so, dass das Universum etwa 26 Gigajahre alt sein könnte, also fast doppelt so alt, wie bisher angenommen wurde. Der Referent wird diese Rechnung mit einfachen Mitteln (Integrationsfunktion auf einem Symbolrechner) überprüfen und die Voraussetzungen, die dabei zu Grunde liegen, erklären.

Text: Dr. Dr. Gert Traupe (AVL)
Bild: ESA/Webb, NASA & CSA, G. Mahler

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