Irreguläre Galaxie NGC 4449

Irreguläre Galaxie NGC 4449

Foto des Monats August 2022

NGC 4449, auch bekannt als Caldwell 21, ist eine Irreguläre Galaxie vom LMC-Typ Magellan im Sternbild Jagdhunde. Sie ist ungefähr 12-13 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und Teil der M94-Gruppe, die in den Sternbildern Canes Venatici und Coma Berenices liegt und auch Canes Venatici I-Gruppe genannt wird. Diese Gruppe liegt relativ nahe an der Lokalen Gruppe, die auch unsere Milchstraße beherbergt. NGC 4449 besitzt einen Durchmesser von 20.000 Lichtjahren und eine Gesamtmasse von 30 Milliarden Sonnenmassen, weshalb sie auch eine der massereichsten Galaxien ihres Typs ist. Ihre visuelle Helligkeit beträgt nur 9,4 mag. Trotzdem wurde sie bereits im Jahr 1788 von Wilhelm Herschel entdeckt.

Die Galaxie ähnelt in ihrer Natur der Großen Magellanschen Wolke (GMW), da sie ebenfalls eine Balkenform mit verstreuten jungen blauen Sternen besitzt. Im Gegensatz zur GMW hat sie aber eine doppelt so hohe Sternentstehungsrate, weshalb sie auch als Starburst-Galaxie bezeichnet werden kann. Mehrere massereiche, junge Sternhaufen sind in ihr enthalten. Daher besitzt sie auch ein leichtes rosafarbenes Leuchten von atomarem Wasserstoffgas, welches auf der Aufnahme zu erkennen und ein Indikator für massereiche Sternentstehungsregionen ist. NGC 4449 ist zusätzlich von einer großen Hülle aus neutralem Wasserstoff umgeben, die sich über eine Fläche von 75 Bogenminuten erstreckt bzw. einen Durchmesser von 200.000 Lichtjahren besitzt. Dadurch wird ein tausendfach größeres Volumen der Galaxie erkennbar. Die Hülle zeigt Verzerrungen und Unregelmäßigkeiten, die wahrscheinlich u.a. durch die Kollision mit der Zwerggalaxie UGC 7577 vor ca. 500 Millionen Jahren verursacht wurden. Dadurch ändert sie ihre ursprüngliche Form einer Balkengalaxie. Weitere kleine Satelliten wurden entdeckt, mit der NGC 4449 wechselwirkt und die von ihr absorbiert werden. Dadurch entstehen heiße Gas-Areale, aus denen in weiterer Folge sog. Starbursts hervorgehen.

Da NGC 4449 von uns aus gesehen recht klein ist, benötigt man eine relativ hohe Brennweite, um Details abbilden zu können. Daher kam bei dieser Aufnahme mein SC-Teleskop zum Einsatz, dessen native Brennweite von 2,8 auf immerhin noch 1,76 m mittels eines 0,63fachen Reducers verringert wurde, um gleichzeitig mehr Lichtstärke zu erhalten. Aufgrund des hohen Wasserstoffanteils hätte man zusätzlich noch mit einem Duo- oder Hα-Filter Aufnahmen gewinnen können, um die Sternentstehungsgebiete stärker herauszustellen. Diese sind auf diesem Bild zwar durch die rosafarbenen Bereiche erkennbar, wären dann aber noch vielfältiger herausgekommen. Die Aufnahme wurde zusätzlich noch als Bildnegativ dargestellt, um die Balkenform mit dem Halo besser erkennen zu können. Auf diesem erkennt man auch noch kleine Satellitenspuren, die leider heute bei Deep-Sky-Aufnahmen zur Normalität gehören.

 

Aufnahmedaten:

Teleskop: Celestron C11 SC XLT - 280/2800mm
Reducer/Flattner: Starizona 0.63x SCT-CORRECTOR-IV
Montierung: iOptron CEM60
Autoguiding: Lacerta M-GEN V3
Brennweite: 1.764 mmm
Öffnungsverhältnis: 1/6,3
Kamera: Lacerta DeepSkyPro2600c
Gain: 100 (High Conversion Gain, HCG)
Filter: IDAS-Nebelfilter LPS-P2-48 2" von Hutech
Aufnahmedaten: 104 x 5 min (ca. 8,5 Stunden)
Aufnahmeort: Grasberg
Aufnahmedatum: 25. und 26. April 2021

© Foto und Text: Dr. Kai-Oliver Detken (AVL)

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