Messier 82 – die Zigarrengalaxie im Sternbild Großer Bär

Messier 82 – die Zigarrengalaxie im Sternbild Großer Bär

Foto des Monats Juni 2022

Die so genannte Zigarrengalaxie, bekannt unter den Bezeichnungen M 82 oder NGC 3034, ist eine der hellsten von der nördlichen Halbkugel der Erde sichtbaren Galaxien und gleichzeitig eine der ungewöhnlichsten. Zu finden ist sie im Sternbild Großer Bär, allerdings in einer relativ sternarmen Gegend, weswegen es trotz ihrer Helligkeit schwierig sein kann, sie am Himmel zu finden. Weiß man aber genau, wo sie steht, ist sie ind mondlosen Nächten von einem Standort aus, an dem wenig Lichtverschmutzung herrscht, bereits mit einem Fernglas gut zu sehen, gemeinsam mit der benachbarten Galaxie M 81, welche sich weniger als ein Grad südlich von M 82 befindet. M 81 und M 82 stehen als zirkumpolare Objekte von unseren Breiten stets über dem Horizont, gelten aber trotzdem als Frühlingsobjekte, da sie in dieser Jahreszeit abends ihre größte Höhe über dem Horizont erreichen.

Das Besondere an M 82 sind in erster Linie die roten Filamente senkrecht zur Hauptebene der Galaxie, welche im Licht der Wasserstofflinie H-alpha leuchten. Hierbei handelt es sich um Gase, welche durch Sternwinde heißer, junger Riesensterne aus dem Zentrum heraus beschleunigt und durch deren UV-Strahlung sowie auch durch Stoßprozesse zum Leuchten angeregt werden. Vor ca. 500 Millionen Jahren erfolgte eine nahe Passage von M 82 an M 81, wobei die Sternentwicklung in M 82 stark angeregt wurde und sich das Erscheinungsbild der Galaxie deutlich verändert haben muss. Wie man heute weiß, handelt es sich bei M 82 zwar um eine (Balken-)Spiralgalaxie, sie wurde auf Grund Ihrer chaotischen Struktur früher aber falsch als Irreguläre Galaxie eingestuft.

Jürgen Beisser fotografierte M 82 am 7., 22. und 23. März 2022 mit einem Newton-Teleskop 1:4,4, Brennweite 882 mm und einer astronomischen CMOS-Kamera. Hierbei kamen H-alpha-, Luminanz- und RGB-Filter zum Einsatz. Die Gesamtbelichtungszeit betrug 8 Stunden und 5 Minuten.

© Foto und Text: Dr. Jürgen Beisser (AVL)

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