Lovejoy C/2014 Q2

Lovejoy C/2014 Q2

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Lovejoy C/2014 Q2

Wir erinnern uns noch gut an den Kometen PANSTARRS C/2012 K1. Der sollte im März und April 2013 ein gewaltiges Himmelsschauspiel liefern. Die Fernrohre der astronomischen Welt waren auf ihn gerichtet und was kam? – nun es kam nichts als ein durchnittlicher Komet, wie er eigentlich zu allen Zeiten am Himmel zu finden ist. Aber im folgenden Winter sollte ja ISON C/2012 S1 kommen. Der sollte nun auf jeden Fall alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen, denn seine Annäherung an die Sonne sollte besonders nah sein. Und das war sie dann auch, nur dass der Brocken sich dabei in Wohlgefallen auflöste.

So richtig helle Kometen, wie der Halleysche Komet 1986 oder Hale Bopp 1995 wollten sich in den vergangenen Jahren nicht mehr zeigen. Fast unbemerkt hatte sich aber doch ein weiterer Komet „eingeschlichen“: nämlich Lovejoy C/2013 R1. Der Hobbyastronom Terry Lovejoy hatte seinen vierten Kometen entdeckt. Nach internationaler Regel benennt die Internationale Astronomische Union (IAU) diese Kometen und Asteroiden nach ihren Entdeckern. Dieser weitaus hellere Komet entschädigte die astronomische Welt ein wenig.

Im August 2014 war Terry Lovejoy erneut erfolgreich bei seiner Suche nach Schweifsternen. Er entdeckte Lovejoy C/2014 Q2. Er sollte am 7. Januar 2015 die dichteste Annäherung an die Erde haben und Ende Januar sein Perihel an der Sonne vollziehen. Anfangs hatte man die Helligkeitsentwicklung auf 8 mag eingeschätzt. Aber schon im Dezember musste man diesen Wert verkleinern – der Komet sollte deutlich heller werden. Schon in der ersten Januarwoche wurden Werte um 4,5 mag ermittelt, womit der Komet mit freiem Auge zu sehen war. Noch immer hat der Komet einen Helligkeitswert von 4,9 mag und ist somit einer der hellsten der vergangenen Jahre. Das Beste aber ist, dass man Lovejoy in einer äußerst bequem zu findenden Position am Nachthimmel findet. Jetzt, Anfang Februar, passiert er die östlichen Bereiche der Andromeda. Zuvor hatte er den Hasen, Eeridanus, den Stier und den Widder durchquert.

Nun, auch Lovejoy C/2014 Q2 ist kein Jahrhundertkomet. Aber er ist einmal wieder ein bemerkenswerter Brocken, der es lohnt beobachtet zu werden. Leider war einmal mehr das Wetter schuld, dass es nur wenigen gelang, diesen Schweifstern zu Gesicht zu bekommen. Nutzte man die ab und an auftretenden Wolkenlücken, konnte man diesen Brocken aber schnell und eindeutig auffinden.

Für uns Fotografen sind derartige Objekte eine Verpflichtung. Und so waren auch die Fotografen der AVL zur Stelle. Das Problem, das sich stellt, ist die Eigenbewegung des Kometen. Wir führen unsere Geräte meist auf den Sternenhimmel nach und so darf man nicht zu lange belichten, da sich der Komet vor diesem Sternenhimmel ja weiterbewegt. Fotografiert man dann über längere Zeit, so müssen die verschiedenen Aufnahmen auf den Kometenkern zentriert werden, womit sich die Sternspuren in der vorliegenden Aufnahme erklären. So aber ist die klassische Methode, Kometen abzubilden.

Die Aufnahme entstand am 18. Januar 2015 in der Zeit um 21:00 Uhr. Es waren 73 Einzelaufnahmen, die innerhalb von 75 Minuten bei einer Einzelbelichtungszeit von 60s entstanden. Die langen Strichspuren der Sterne zeigen gleichzeitig die Strecke und die Zeit an, in der sich der Komet vor dem Sternenhimmel weiterbewegt hat. Man sieht die weit entwickelte Koma und den ausgebildeten Gasschweif. Einen Staubschweif hat der Komet bisher nicht gebildet.  

Die Aufnahmedaten:
Aufgenommen wurde mit einem 14“-Newton bei 1200 mm Brennweite und einer CCD-Kamera.
 

© Foto und Text: Gerald Willems (AVL)

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