PanSTARRS (C/2011 L4)

PanSTARRS (C/2011 L4)

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PanSTARRS (C/2011 L4)

Der aktuelle Besuch des Kometen PanSTARRS (C/2011 L4) fand im Frühjahr diesen Jahres statt und wurde relativ euphorisch in der Presse angekündigt. Er erreichte allerdings nicht seine vorhergesagte Sichtbarkeit und stand zudem bei seiner höchsten Lichtstärke recht niedrig am Horizont. Trotzdem machten sich die AVL-Mitglieder der DeepSky-Fotogruppe auf den Weg, um Aufnahmen des Kometen anzufertigen. Einige Beispiele sind in der aktuellen Ausgabe der Himmelspolizey zu bewundern. Kometen bekommen ihren Namen übrigens von ihrem Entdecker. In diesem Fall war dieser ausnahmsweise nicht menschlich, sondern ein vollautomatisches Teleskop auf der Inselkette Hawaii, das sog. Panoramic Survey Telescope And Rapid Response System (kurz: Pan-STARRS). Es besteht aus vier 1,8m-Teleskopen auf dem Mauna Kea und Haleakala, die zur Reduktion von Bild- und Messfehlern immer gleichzeitig die selben Himmelsgebiet durchmustern. Im Juni 2011 entdeckte dann das Teleskop den besagten Kometen C/2011 L4, weshalb dieser jetzt seinen Namen trägt.   

PanSTARRS ist ein nicht-periodischer Komet, der zwischen März und April sogar visuell sichtbar war. Allerdings benötigte man dazu schon mindestens einen Feldstecher und ab April ein Teleskop. Der Komet brauchte wahrscheinlich Millionen von Jahren von der Oortschen Wolke, die auch als Zirkumsolare Kometenwolke bezeichnet wird, um in unser inneres Sonnensystem zu gelangen. Nach dem Perihel-Durchgang wird erwartet, dass der Komet auf eine Umlaufbahn von ca. 110.000 Jahren einschwenken wird. Es war daher im März/April aus unserer Sicht die einzige Chance den Kometen selbst zu entdecken oder gar aufzunehmen.

Auch ich zog an den Tagen ins Feld, an denen PanSTARRS gute Sichtbarkeit versprach, aber tief am Horizont stand. Leider machten immer wieder Wolkenbildungen oder der Terminkalender einen Strich durch die Rechnung. Nachdem ich einige Fehlversuche hinter mir hatte, weil ich immer zu weit südlich gesucht hatte, wurde meine Mühe endlich am 01. April zum ersten Mal belohnt. Der Komet war fotografisch klar erkennbar und befand sich zu dem Zeitpunkt auch noch genau unterhalb von M31 - der Andromeda-Galaxie. Den Kometen konnte ich an dem Tag nicht visuell erkennen, da ich nur mit meiner Kamera und der AstroTrac ausgerüstet war. Die schwindende Helligkeit und das schlechte Wetter machte auch meine Hoffnung zunichte, ihn doch noch mal durchs Okular bewundern zu dürfen. Es tat sich aber eine weitere Chance am 19. April auf, die zudem den Vorteil hatte, dass der Komet nun wesentlich höher am Himmel stand und nun aus dem eigenen Garten mit dem Teleskop angefahren werden konnte. Als erstes machte ich daher die visuelle Probe und ich konnte ihn bei einer scheinbaren Helligkeit von nur 6,6 mag erkennen. Durch indirektes Hinsehen, vergrößerte sich der Eindruck nochmals. Endlich hatte ich ihn mit den eigenen Augen erspäht. Anschließend musste dieses Erlebnis natürlich auch fotografisch festgehalten werden, weshalb ich eine ganze Bildserie auf PanSTARRS "abfeuerte".

Von den 106 Bildern ließen sich dann 84 zu einem Gesamtergebnis zusammenfassen. Dabei ist zu beachten, dass man Kometen unterschiedlich auf solchen Bildern ausrichten kann. Eine Stern- wie auch eine Kometenausrichtung bringt dabei unterschiedliche Ergebnisse zum Vorschein, da der Komet trotz Nachführung sehr schnell wandert. Dieses Bild zeigt die Sternausrichtung, weshalb der Kometenkern nicht mehr rund erscheint. Die Ausrichtung auf den Kometen wurde ebenfalls getestet, wodurch die Sterne zu Strichspuren werden. Allerdings brachte dieses Ergebnis nicht die gewünschte Schweif-Sichtbarkeit hervor, weshalb ich dieses Bild bevorzugt habe.

Zur Aufnahme:
LX90-Teleskop mit ED70-Refraktor und Flattner, Öffnungsverhältnis f/6, 420 mm Brennweite, Canon 1000D(a), CLS-Filter von Astronomik, 1.600 ASA, Einzelbelichtung: 30 s, Gesamtbelichtungszeit: 84 Bilder x 30 s = 42 min, Bearbeitung: Stacking mit DeepSkyStacker 3.3.2 (Sternausrichtung), Nachbearbeitung mit Photoshop CS5.5, Neat Image Software, RC-Astro GradientXTerminator und Star Rounder.

© Foto, Text und Bildverarbeitung:
Dr. Kai-Oliver Detken (AVL)

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