Südwestliche Mondoberfläche mit diversen Kratern

Südwestliche Mondoberfläche mit diversen Kratern

Astroobjekt des Monats November 2026

 

Nach längerer Abstinenz ist an dieser Stelle mal wieder mal ein Bild unseres Nachbartrabanten zu sehen, welches Ende September dieses Jahres aufgenommen wurde. Dabei wurde die südwestliche Region der Mondoberfläche bei einer Mondphase von 96,4 % ausgewählt. Die Aufnahme diente eigentlich nur zur Fokussierung des Teleskops, um danach auf den Saturn zu schwenken, der am 04. Oktober seine Opposition hatte. Ausgewählt wurde dann aber in der AVL-Fotogruppe diese Mondoberfläche, die u. a. die Krater Grimaldi, Sirsalis, Crüger und Darwin sowie diverse Rillensysteme zeigt.

Norden befindet sich bei dieser Aufnahme rechts. Die Bezeichnungen der Krater kann man im folgenden Bild erkennen. Die Beschreibung der interessantesten Formationen fangen von links an. Der Krater Vieta ist ein Einschlagkrater am westlichen Rand der Mondvorderseite. Er liegt westlich des Mare Humorum (Meer der Feuchtigkeit), ist stark erodiert und weist vor allem im Süden Spuren ausgedehnter Rutschungen auf. Im Norden ist der Kraterwall teilweise eingeebnet. Der Krater Byrgius liegt südöstlich des Kraters Darwin und nordwestlich von Vieta. Sein Kraterrand ist stark erodiert. Auf dem westlichen Kraterrand liegt der Nebenkrater Byrgius A, der ein auffallendes Strahlensystem zeigt. Der Krater Darwin liegt ebenfalls westlich des Mare Humorum, südwestlich des Kraters Crüger und nordwestlich von Byrgius. Der Kraterrand ist sehr stark erodiert und im südlichen Teil fast ganz verschwunden. Das Innere wird von dem Mondrillensystem der Rimae Darwin durchzogen, das auf diesem Bild deutlich sichtbar ist.

Crüger ist ein Mondkrater, der sich im westlichen Teil des Mondes inmitten des Mondhochlands südwestlich des Oceanus Procellarum (Ozean der Stürme) befindet. Das auffälligste Merkmal von Crüger ist sein sehr dunkler innerer Boden, der zu den Gebieten mit der niedrigsten Albedo auf dem Mond gehört. In dieser Hinsicht ähnelt er dem Krater Plato, ist jedoch nur halb so groß. Sirsalis ist ein Einschlagkrater am Westrand des Oceanus Procellarum. Der Kraterrand ist scharf ausgeprägt, das Innere weist konzentrische Strukturen und einen Zentralberg auf. Südwestlich von Sirsalis verläuft das Mondrillensystem der Rimae Sirsalis in nordöstlicher und südwestlicher Richtung. Der Krater Grimaldi ist die dunkelste Stelle auf der Vorderseite des Mondes. Er liegt am westlichen Mondrand beim Oceanus Procellarum und ist ein altes Einschlagsbecken von rund 200 km Durchmesser und einer Wallhöhe von etwa 3 km. Seine kreisrunde Mitte ist von sehr dunkler Lava bedeckt. Teilweise erhalten ist auch ein Außenwall mit 430 km Durchmesser. Größenmäßig stellt das Becken den Übergang zwischen Wallebene und Mondmeer dar.

Für diese Aufnahme wurde ein Rotfilter an einer monochromen Planetenkamera verwendet, um einen besseren Kontrast zu erhalten. Es wurden 10 % der Aufnahmeserie ausgewählt, gestackt und bearbeitet.

Aufnahmedaten:

Teleskop: Celestron C11 SC XLT - 280/2800mm
Montierung: iOptron CEM70G
Brennweite: 2.800 mm
Öffnungsverhältnis: 1/10
Kamera: ZWOptical ASI 178MM
Filter: R-Filter (Typ II C) von Astronomik
Belichtung: 4,018 ms
Gain: 207 (40%)
Bildanzahl: 100 (10%)
Aufnahmeort: Grasberg

© Text und Bild: Dr. Kai-Oliver Detken (AVL)

Zurück

Copyright 2000-2026. Astronomische Vereinigung Lilienthal e.V. All Rights Reserved.
Um unser Angebot zu verbessern, würden wir gerne mit dem bei uns gehosteten Analysetool Matomo aufzeichnen, welche Seiten wie häufig besucht werden. Dabei wird Ihre IP-Adresse anonymisiert. Mit dem Button "Zustimmen" stimmen Sie der Verwendung der hierfür genutzten Cookies zu. Mit dem Button "Nicht zustimmen" werden nur Cookies geladen, die für das Betreiben der Website notwendig sind. Weitere Informationen dazu finden sie in unserer Datenschutzerklärung.