Das Siebengestirn – die Plejaden (Messier 45)
Astroobjekt des Monats Januar 2026
Die Plejaden, die auch als Siebengestirn bezeichnet werden, sind ein offener Sternhaufen, der mit bloßem Auge gesehen werden kann und bereits in der Antike bekannt war. So ist er wahrscheinlich auch auf der Himmelsscheibe von Nebra zu sehen, die ca. 1.600 v. Chr. gefertigt worden ist. Der Sternhaufen ist Teil unserer Galaxie, der Milchstraße. Im Herbst stand er zufällig auch bei einigen Mitgliedern der Fotogruppe im Fokus, weshalb er beim letzten AG‑Treffen des Jahres als AdM für das neue Jahr ausgewählt wurde.
Der Sternhaufen ist im Sternbild Stier beheimatet und 425 Lichtjahre von uns entfernt. Sein Alter wird auf 135 Millionen Jahre geschätzt, weshalb er als junger Sternhaufen gilt. Seine Ausdehnung liegt bei 14 bis 70 Lichtjahren und er besitzt mindestens 500 Mitglieder. Hellster Stern ist Alcyone mit +2,9 mag. Der Name Siebengestirn stammt aus der Zeit, als man noch keine Teleskope zur Verfügung hatte und mit dem bloßen Auge die Sterne abzählte. Allerdings sind je nach Dunkelheit des Himmels zwischen 6 und 10 Sterne ohne Hilfsmittel zu erkennen, weshalb dies auch nicht uneingeschränkt die Zahl Sieben erklärt. Im Messier-Katalog haben die Plejaden die Bezeichnung M45. Charles Messier trug ihn mit den Worten ein: „ein Sternhaufen, bekannt unter dem Namen Plejaden. Die Position ist jene von Alcyone.“ M45 durchläuft den Rand einer Dunkelwolke, die das Licht der hellen blauen Sterne reflektiert. Dieser Reflexionsnebel ist nicht mit dem Sternhaufen verbunden und daher nicht sein „Geburtsnebel“, wird aber möglicherweise im südlichen Bereich des Merope-Nebels (NGC 1435) durch die hellen blauen Sterne zum rötlichen Eigenleuchten angeregt.
Damian Treder, Felix Widera und Kai-Oliver Detken fotografierten das Objekt zufällig in den letzten beiden Monaten des Jahres. Das Bild von Mats van Hoogen wurde aus dem letzten Jahr noch nachgereicht. Man erkennt die Dunkelwolken auf der ersten Aufnahme von Damian Treder noch nicht – hier standen die Sterne der Plejaden mit ihren Reflexionsnebeln im Vordergrund und die Belichtungszeit war dafür noch zu gering. Auf der zweiten Aufnahme von Kai-Oliver Detken lassen sich die Reflexionsnebel mit den Dunkelwolken bereits sehr gut erkennen. Noch deutlicher werden die Dunkelwolken auf dem Bild mit ähnlicher Brennweite von Mats van Hoogen aus dem letzten Jahr. Wie das gesamte Umfeld der Plejaden aussieht und das dies komplett mit Dunkelwolken durchzogen ist, wird eindrucksvoll durch die Aufnahme von Felix Widera sichtbar gemacht, der mit geringerer Brennweite das Objekt fotografierte. Jede Brennweite bietet daher unterschiedliche Sichtweisen.
Aufnahmedaten:
Bild 1: Damian Treder
Kamera: ASI 2600 MC Pro
Teleskop: Sky-Watcher PDS150
Montierung: HEQ 5 Pro mit Rowan Belt Mod und Hypertune
Brennweite: 750 mm
Öffnungsverhältnis: 1/5
Gain: 100
Belichtungszeit: 150 min
Ort: Vorwerk
Datum: 16. Dezember 2025
Bild 2: Dr. Kai-Oliver Detken
Kamera: Lacerta DeepSkyPro2600c
Teleskop: William Optics RedCat 71 Apo
Montierung: iOptron GEM28
Autoguiding: PHD2-Guiding über StellaVita
Dithering: StellaVita ToupTek (5 px)
Filter: IDAS-Nebelfilter LPS-P2-48 2" von Hutech
Brennweite: 350 mm
Öffnungsverhältnis: 1/4,9
Gain: 100
Belichtungszeit: 5 x 62 min (ca. 5 Stunden)
Ort: Grasberg
Datum: 22. November 2025
Bild 3: Felix Widera
Kamera: Nikon D850
Objektiv: Nikon 70-200 f2.8 ED VR II
Montierung: StarAdventurer 2i Pro
Brennweite: 200 mm
Öffnungsverhältnis: 1/4
ISO: 800 ASA
Belichtungszeit: 206 x 60 s (ca. 3,5 Stunden)
Ort: Worpswede
Datum: 20. November 2025
Bild 4: Mats van den Hoogen
Kamera: ToupTek 2600 Color
Teleskop: TS Photoline 80/480 mit TSRED279
Montierung: Skywatcher NEQ6
Brennweite: 480 mm
Öffnungsverhältnis: 1/6
Belichtungszeit: 180 x 120 s (6 Stunden)
Ort: Lilienthal
Datum: 05. Oktober 2024
© Text: Dr. Kai-Oliver Detken (AVL)