h und chi, die beiden Sternhaufen im Perseus

h und chi, die beiden Sternhaufen im Perseus

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h und chi, die beiden Sternhaufen im Perseus

Auf die Frage, was man nachts am Himmel sieht, würde wohl jeder antworten: Den Mond und die Sterne. Nun, den Mond sehen wir nicht immer bzw. unvollständig, die Sterne sind des Nachts aber immer sichtbar - einen einigermaßen klaren Nachthimmel vorausgesetzt. Bei nur ganz wenigen Ausnahmen bemerkt bereits unser bloßes Auge, dass es Gebiete gibt, in denen sich Sterne zu einer Gruppierung angeordnet haben. Da sind die bekannten Plejaden und die Hyaden im Stier und dann war es das auch schon, was uns ohne Sehhilfe auffällt. Vielleicht sollte man noch den großen Sternhaufen im Krebs, die Präsepe (Messier 44), nennen. Da der Krebs aber selber schon kaum erkennbar ist, fällt die Präsepe ebenfalls kaum auf.

Nehmen wir einen Feldstecher zu Hilfe, ändert sich das augenblicklich. Ein Blick auf die Bereiche der Milchstraße zeigt, dass es unzählige mehr oder weniger diffuse Lichtflecken gibt, die bei näherer Betrachtung als eine Anhäufung von Sternen zu erkennen sind. Ein Blick durch ein Fernrohr zeigt nicht selten bis zu hundert Sterne, die einer solchen Anhäufung anscheinend angehören.

Ziemlich genau zwischen Perseus und Kassiopeia finden wir eine solche Anhäufung - eine Anhäufung, die es in sich hat. Denn zunächst nimmt unser "unbewaffnetes" Auge kaum etwas wahr. Nun gut, unter einem dunklen Himmel und mit guten Sehfähigkeiten ausgestattet, erkennt man wohl so einen diffusen Lichtfleck. Der Feldstecher zeigt nun allerdings, dass es sich lohnen könnte, einmal das Fernrohr zu bemühen und einen Blick bei einer Vergrößerung zu wagen, die mehr verspricht. Was dann geschieht ist in aller Regel ein Aha-Erlebnis, wie es kaum schöner sein kann. Denn der Doppelhaufen h und chi Persei gehört zweifellos zu den schönsten und eindrucksvollsten Vertretern seiner Art. Immer wieder wird der Vergleich von Diamanten auf blauschwarzem Samt gezogen. Ein Vergleich, der zwar verständlich ist, vielleicht aber doch etwas zu sehr ins Schwärmerische abgleitet. Wie auch immer, h und chi Persei (NGC 896 und NGC 884) sind es wert, betrachtet zu werden.

Zum Jahresauftakt möchte ich euch deshalb eine Aufnahme dieses Doppelhaufens zeigen, die ich bisher der Öffentlichkeit vorenthalten habe. Sie stammt noch vom September 2011 und wurde mit meinem 100 mm Refraktor und der CCD-Kamera Atik 4000 M im RGB-Verfahren aufgenommen. Bei nur zwei Stunden Gesamtbelichtungszeit offenbart dieser Sternhaufen nahezu alles.

Foto und Text: © Gerald Willems (AVL)

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