Barnard 33, der Pferdekopfnebel und seine Umgebung

Barnard 33, der Pferdekopfnebel und seine Umgebung

Dicht beim südöstlichen Gürtelstern Alnitak (Zeta Ori) im Sternbild Orion befindet sich die H-Alpha-Region IC 434.
Sie ist eine ausgedehnte Wasserstoffwolke, in die ausgeprägte Staubformationen hineinragen. Die Wasserstoffwolke selber wird durch Sterne, die hinter diesen dunklen Staubwolken verborgen sind, ionisiert und damit zum Leuchten angeregt.

Würde ein Ausläufer dieser dunklen Wolken nicht so eine markante Figur gebildet haben, würde sich vermutlich kaum jemand so ausführlich damit beschäftigt haben. Klar, es geht um den Pferdekopfnebel Barnard 33. Der Amerikaner Edward Barnard hatte dieses markante Objekt Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckt. Diese dunklen Wolken aus Staub sind der leuchtenden Ha-Region vorgelagert, nur dadurch werden sie für uns sichtbar. Sternwinde sorgen dafür, dass diese Staubformation in einigen Tausend Jahren wohl kaum noch als dieser Pferdekopf zu erkennen sein dürfte.

Östlich des Pferdekopfes befinden sich noch zwei Reflexionsnebel, die es wert sind, erwähnt zu werden: NGC 2023 und IC 435. Das dominierende Objekt dieser Region ist aber der nordöstlich des Pferdekopfes befindliche Emissionsnebel NGC 2024. Es ist ebenfalls eine H-Alpha-Region. Von Süd nach Nord wird dieser verhältnismäßig helle Nebel von einem Staubgebilde durchzogen, das an einen Baum erinnert. Die hellen, flammenartigen Filamente haben diesem Gebiet aber den Namen Flammennebel eingebracht. Innerhalb der dunklen Staubgebiete hat man inzwischen die beiden Verursacher des Leuchtens ausmachen können. Es sind zwei B0-Sterne die im Staub verborgen, nur im Infrarot-Licht zu erkennen sind.

Beobachtern wird der Pferdekopf wohl nur unter extrem guten Bedingungen und mit großem Gerät zugänglich sein, der Flammennebel ist aber schon mit kleinem Refraktor unter guten Bedingungen erkennbar.


Zur Aufnahme: (Norden links, Osten unten)

Die vorliegende Aufnahme ist ein Komposit aus einer schmalbandigen H-Alpha-Aufnahme und einer herkömmlichen RGB-Aufnahme. Die H-Alpha-Aufnahme wurde in diesem Fall zu 50% in den Rotkanal gemischt und zu 100% als Luminanz-Aufnahme in das endgültige LRGB eingerechnet. Da Reflexionsnebel im so genannten kontinuierlichen Spektrum leuchten, hätte eine reine Schmalbandaufnahme die eingelagerten Gebiete, NGC 2023 und IC 435, im Endergebnis unterdrückt.


Die Aufnahmedaten:

Grasberg / Otterstein: 20. November 2009
Ha: 21x 10min , R,G,B: je. 7 x 5 min, ohne Binning
4" Refraktor bei f/5,4
Kamera: Atik 4000 M


© Foto und Text: Gerald Willems (AVL)

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