Der Rosettennebel im Einhorn

Der Rosettennebel im Einhorn

Die nordwestliche Staubformation:

Im Winter dominiert das beeindruckende Sternbild des Orion den nächtlichen Himmel. Auch ziehen die enthaltenen Objekte, wie der Orionnebel und die Pferdekopfregion einen Großteil der Aufmerksamkeit auf sich. Da kann es uns leicht passieren, dass wir angrenzende, unscheinbare Regionen vernachlässigen.

Das Sternbild Einhorn beinhaltet so eine Region – nämlich den Rosettennebel.

Der Rosettennebel fällt zunächst durch seinen offenen Sternhaufen NGC 2244 auf. Flamsteed entdeckte und beschrieb diesen offenen Sternhaufen bereits 1690. Die nebligen Gebiete wurden zunächst nicht entdeckt. John Herschel teilte die Region schließlich in weitere einzelne Gebiete, wie NGC 2239, NGC 2238, NGC 2237 und 2264 ein.

Sternhaufen und Nebelregion sind auf das Engste miteinander verknüpft. Bei den Sternen der Haufenmitglieder handelt es sich um junge O und B Sterne, die aus den dort vorhandenen Gas- und Staubmassen entstanden sind. Die energiereiche Strahlung dieser jungen Sterne regt nun wiederum die noch vorhandenen Gasmassen zum Leuchten an. Dabei ionisiert der molekulare Wasserstoff und leuchtet im tiefen Rot der H-Alpha-Linie.

Für das menschliche Auge ist dieses Leuchten kaum erkennbar. Ausgerechnet in diesen Wellenlängen ist unser Auge besonders unempfindlich. Ganz anders verhält es sich aber mit modernen Kameras. Ganz besonders moderne CCD-Kameras sind geeignet, dieses Leuchten aufzunehmen.

Die beiden vorliegenden Aufnahmen wurden genau auf diese Wellenlänge von 656 nm gefiltert und liefern besonders kontrast- und detailreiche Ergebnisse. Die Übersichtsaufnahme, die fast die gesamte Nebelregion abbildet, wurde mit einem 4“ Refraktor bei einer Brennweite von 540 mm aufgenommen. 9x 10 min wurde dabei mit einer monochromen CCD-Kamera belichtet.

Besonders faszinierend sind die nordwestlich des Zentrums befindlichen Staubformationen. Um diese Region innerhalb des Rosettennebels genauer und detailreicher darzustellen, wurde eine zweite Aufnahmeserie mit 1700 mm Brennweite und einem 12“ Newton aufgenommen. Auch dabei wurden 9x 10 min belichtet.


© Fotos und Text: Gerald Willems (AVL)

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