Geister am Himmel

Geister am Himmel

Foto des Monats November 2019

Die Cepheus Flare Region ist ein großer Molekülwolkenkomplex in unserer Milchstraße. Prominent ist in dieser Region der Geisternebel. Er wird unter verschiedenen Katalogbezeichnungen geführt. Es handelt sich um eine helle Region der Molekülwolke, die einen Stern beinhaltet, der aufgrund seiner nebligen Erscheinung von Sidney van den Bergh im Jahr 1966 als Reflexionsnebel vdB 141 katalogisiert wurde. Weiter westlich sind säulenartige Strukturen zu finden, deren Aussehen an Gespenster erinnert, was vermutlich diesem Nebel seinen Namen gab. Leider sind diese gespensterhaften Säulen auf dieser recht kurzbrennweitigen Aufnahme nur andeutungsweise zu erkennen. Fotos mit größeren Teleskopen zeigen hier mehr Details.

Die Wolke enthält an ihrem östlichen Rand eine Globule mit mehreren Infrarotquellen, bei denen es sich um vermutlich um Protosterne handelt. Im Bild handelt es sich um den scheinbar dunkleren „Ausleger“ des Geisternebels. Von diesen Infrarotquellen ist mindestens eine auch in dem vorliegenden Bild sehr gut erkennbar. Die Entfernung der Struktur ist unsicher, je nach Quelle findet man Angaben im Bereich von 250 bis 550 Parsec. In ihrem Katalog (1988ApJS...68..257C) aus dem Jahr 1988 führen Clemens und Barvainis die Molekülwolke unter der Nummer 230.

Die Aufnahme wurde als reine LRGB-Aufnahme unter den mäßigen Bedingungen Bremen-Borgfelds aufgenommen. Dazu wurden 4 Nächte zwischen Ende August und Mitte September 2019 genutzt. Insgesamt kamen 12,5 Stunden Belichtungszeit zusammen, die mit einer Atik 490 EXm an einem 100 mm Refraktor genutzt wurde. Die Brennweite des Refraktors wurde auf 415 mm  verkürzt, wodurch sich ein Öffnungsverhältnis von f/D = 4,1 ergibt. Die Aufnahme zeigt ein Feld von 1,7 x 1,4 Grad, Süden ist oben und der Abbildungsmaßstab beträgt 1.83 arc sec / Pixel.

© Foto und Text: Dr. Kai Wicker (AVL) 

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