LDN1235, der Haifischnebel im Cepheus

LDN1235, der Haifischnebel im Cepheus

Foto des Monats Dezember 2020

Im Cepheus zeigt sich eine Vielfalt von Reflexions-, Dunkel- und Emissionsnebeln. Dieses Foto zeigt eine Region im „Dach“ des Cepheus, die von Amateurastronomen als „shark nebula“, also Haifischnebel bezeichnet wird. Auf dieser Aufnahme schwimmt der Hai mit aufgerissenem Maul von rechts unten nach links oben. Dabei stellt dann der helle Stern in der Bildmitte das Auge des Hais dar. Die eigentliche Dunkelwolke mit der Nummer 1235 aus Beverly T. Lynds Katalog ist die dunkelste Stelle an der Ostspitze des Haifischnebels. Auf der Aufnahme kann man erkennen, dass die Dunkelwolke eigentlich ein finsterer Bestandteil eines ausgedehnten, lichtschwachen galaktischen Reflexionsnebels ist. Farblich wird die Region durch zwei blaue Reflexionsnebel aufgelockert. Es handelt sich um den sehr blauen vdB 150 ungefähr im oberen rechten Bildviertel und  den nicht so kräftig blauen vdB 149, der ein wenig abgeschnitten am unteren rechten Rand sitzt. Beide Nebel reflektieren das blaue Licht sehr heißer Sterne in ihrer Nähe. Die Entfernungsangaben zu den Nebeln schwanken, zwischen 650 und 1000 Lichtjahren sind zu finden.

Auf dem Foto befindet sich Norden oben. Die Aufnahme wurde in 4 Nächten im September 2020 aufgenommen. Dazu wurde eine Atik 490EXm mit LRGB-Filtern an einem selbstgebautem 10“ Newton mit f/2.8 eingesetzt. Die Pixelgröße der Kamera ergibt bei diesem Teleskop einen Abbildungsmaßstab von fast genau 1 arc sec / Pixel. Die Belichtungszeit betrug 163 x 2 min für Luminanz und für RGB 53/56/59 x 2 min. Der Ort aller Aufnahmen war Bremen-Borgfeld. Die Bildbearbeitung gelang erst nach mehreren Anläufen zufriedenstellend. Galt es hier doch einen Mittelweg zu finden: Einerseits sollten alle vorhandene Informationen aus den Aufnahmen hervorholt werden, andererseits muss der Versuchung widerstanden werden, Bilddetails soweit zu bearbeiten, dass das Bild überzogen wirkt. Wichtige Faktoren für die erfolgreiche Bearbeitung waren: eine gründliche Entfernung aller Gradienten, Rauschreduktion nur im erforderlichen Maß und selektive Schärfung.

© Fotos und Text: Dr. Kai Wicker (AVL)

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