Nordamerika und ein Pelikan – NGC 7000 und IC 5070

Nordamerika und ein Pelikan – NGC 7000 und IC 5070

Foto des Monats Dezember 2021

Im Sternbild Schwan, nahe des Sterns Deneb, befinden sich der Nordamerikanebel (NGC 7000) und der Pelikannebel (IC 5070). Visuell getrennt sind die beiden HII-Regionen durch eine Molekülwolke, die Licht blockiert und damit dahinter befindliche Objekte sowie Sterne nicht durchscheinen lässt. Beide Nebelgebiete bilden einen zusammenhängenden ausgedehnten Bereich. Sie befinden sich in einer Entfernung von 2000 bis 3000 Lichtjahren – genaue Angaben sind derzeit nicht verfügbar. NGC 7000 erstreckt sich über 120 x 180 Bogenminuten, bei IC 5070 sind es ca. 60 x 50 Bogenminuten. Trotz ihrer Größe und recht hohen visuellen Helligkeit von 5 mag für NGC 7000 und 7 mag für IC 5070 sind beide nur sehr schwer visuell zu beobachten – große Brennweiten helfen nicht. Der Grund dafür ist die geringe Flächenhelligkeit, die bei beiden nur 14 mag pro Quadrat-Bogenminute beträgt.

Beide Nebel sind Sternentstehungsgebiete und bestehen hauptsächlich aus Wasserstoff (H2) und kleineren Sauerstoffanteilen (O). Dazu kommen erhebliche Anteile an Staub, der für die Licht-Absorption in den Bereichen der Dunkelwolken ursächlich ist.

In einer RGB Farbaufnahme, ohne speziellen Filter und ohne spezielle Bearbeitungstechnik würden die leuchtenden Nebel tief rot, in der für angeregten Wasserstoff typischen Farbe, erscheinen. Diese Aufnahme wurde durch einen speziellen Duo-Schmalbandfilter, den Optolong L-eXtreme, gemacht und speziell bearbeitet. Der H-alpha-Anteil wurde Rot zugewiesen, eine 65% H-alpha-/35% [OIII]-Mischung Grün zugewiesen und der reine [OIII]- Anteil Blau zugewiesen. Bei dieser Vorgehensweise erscheinen die Farben fernab der Realität und sollen dem typischen Erscheinungsbild der Hubbelpalette nahekommen. Durch weitere Bearbeitungsschritte wurden die Farben noch einmal verstärkt.

Das Ende eines Jahres bedeutet auch das Ende der Beobachtung dieser Objekte, denn im Winter sind diese Regionen nur knapp über dem Nord-Horizont zu finden. Ab dem Spätfrühling sind Beobachtung und Fotografie, dieser durchaus anfängerfreundlichen Objekte, wieder möglich. Schon nach geringer Belichtungszeit werden die Nebel sichtbar, selbst ohne eine speziell modifizierte Kamera, ohne Montierung und ohne Teleskop. Kleine Brennweiten, wie sie handelsübliche Fotoobjektive bieten, bringen bereits Einzelheiten hervor.

Aufnahmedaten:
Nikon D3500, astromodifiziert, ISO 3200
23x 5-Minuten Belichtungen
Optolong L-eXtreme Filter
Skywatcher Evostar 72ED mit 420mm Brennweite, f/5,8
Dithering und Autoguiding verwendet
Skywatcher AZ-GTI Montierung mit Eq-Umbau
Bearbeitung in Siril und Photoshop

© Foto und Text: Mats van den Hoogen (AVL)

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