Rosettennebel mit Sternenhaufen NGC 2244

Rosettennebel mit Sternenhaufen NGC 2244

Der Rosettennebel ist ein diffuser Emissionsnebel, der sich im Sternbild Einhorn befindet. Er besteht aus diversen NGC-Objekten (NGC 2237, NGC 2238, NGC 2239 und  NGC 2246) und besitzt eine Größe von 80x60 Bogenminuten am Himmel. Im Zentrum des Nebels befindet sich der offene Sternenhaufen NGC 2244, der den Nebel zum Leuchten anregt. Zwar besitzt der Nebel eine theoretische Helligkeit von +6,00 mag, kann aber visuell durchaus als schwieriges Objekt bezeichnet werden. Selbst mit entsprechenden Nebelfiltern ist es schwierig ihn visuell zu erkennen und man benötigt in jedem Fall eine ausreichende Teleskop-Öffnung. Er ist 4.500 Lichtjahre von uns entfernt.

So viel zu den Fakten. Ende November machte ich mich daran den Nebel 90 min lang mit meiner Ausrüstung zu belichten, bei recht guten Bedingungen. Wie es der Zufall so wollte, war ich nicht der Einzige. Zwei weitere Hobby-Astronomen (Oliver Schneider und Mark Schocke) aus der Mailingliste der VdS-Astrofotografen nahmen sich zwischen dem 12. und 13. Dezember das gleiche Objekt an anderen Standorten und mit jeweils ihrem Equipment ebenfalls vor. Aufgrund der wesentlich schlechteren Bedingungen Mitte Dezember, wurden in beiden Fällen Schmalband-Aufnahmen erstellt: der Mond stand inzwischen recht deutlich am Himmel und machte eine normale RGB-Aufnahme so gut wie unmöglich. Daher kam Oliver Schneider auf die Idee unsere Aufnahmen in einem gemeinsamen Projekt einmal zusammenzubringen. Der Plan war, die drei Aufnahmen so zu kombinieren, dass die Bilder meiner DSLR-Kamera die RGB-Farben liefern, während die Bilder beider CCD-Kameras für die Bild- und Detailtiefe (Luminanz) zuständig sein sollten. Schließlich wurden die anderen beiden Aufnahmen mit empfindlicheren CCD-Kameras und ca. 7 Stunden Belichtungsdauer durchgeführt, während ich mit meiner DSLR-Kamera nur 1,5 Stunden investierte.

So wurden von allen drei Parteien die Dark-/Flat-kalibrierten Rohsummenbilder zur Verfügung gestellt. Anschließend erfolgte eine Ausrichtung der Bilder und die Zusammenführung der Luminanz- und RGB-Kanäle. Danach wurde noch eine Farbkalibrierung, jeweils bezogen auf die Sterne und den Nebel, durchgeführt. Dabei ergaben sich allerdings kleinere Probleme, da die Sternmasken nicht exakt passten und die unterschiedlichen Schmalbandspektren und Brennweiten die Zusammenführung erschwerten. Schließlich müssen die Bilder auf eine gemeinsame Größe angepasst werden, was zu Mosaiken führen kann.

Nach mehreren Versuchen und relativ unterschiedlichen Farbkompositionen, konnte das Ziel, die DSLR-Aufnahme mit mehr Detailtiefe zu versehen, immerhin erreicht werden. Auch die CCD-Aufnahmen profitierten von dem neu vorhandenen Farbanteil. Allerdings nicht im gleichen Maße, da regenbogenartige Artefakte die exakte Farbkalibrierung der Sterne verhinderte. So bekamen die Sterne teilweise blaue oder rote Höfe. Ich habe mich trotzdem für das Bild mit den nicht ganz deckungsgleichen Sternfarben entschieden, da man hier die Sternfarben immerhin noch erkennen kann. Bei der reinen Kalibrierung auf den Nebel verschwinden die Sternfarben nämlich komplett in der Sättigung und der Rotanteil des Nebels kommt noch stärker heraus. Wenn man mit dem Cursor über das Bild geht, wird man die beiden unterschiedlichen Bildvarianten direkt miteinander vergleichen können.

Als Fazit konnten alle Beteiligten festhalten, dass die Kombination von RGB- und Schmalbandaufnahmen durchaus Sinn machen kann und ein solches Projekt viele interessante Aspekte hervorbringt bzw. vor allem Spaß gemacht hat.
    

 
Zur Aufnahme:

Equipment in Grasberg von Dr. Kai-Oliver Detken:

LX90-Teleskop mit ED70-Refraktor und Flattner, Öffnungsverhältnis f/6, 420 mm Brennweite, DSLR- Kamera Canon 1000D(a), CLS-Filter von Astronomik, 1.600 ASA, Einzelbelichtung: 60s, Gesamtbelichtungszeit: 91 Bilder x 60s = 91 min   

 

Equipment in der Balkonsternwarte Leopoldshöhe von Oliver Schneider:

Celestron C11 Teleskop mit Hyperstar, Öffnungsverhältnis f/2, 560 mm Brennweite, CCD-Kamera Moravian G2-8300, Hα/OIII-Filter, 7nm von Baader, Belichtungszeit: Hα = 52 x 4 min und OIII = 49 x 4 min (gesamt = 6 Std., 44 min)

 

Equipment in Oberhausen von Mark Schocke:

3,5“ Refraktor Teleskop, Öffnungsverhältnis f/5,5, 500 mm Brennweite, CCD-Kamera Moravian G2-8300, Hα/OIII-Filter, 12nm von Astronomik, Belichtungszeit: 18 x 10 min Hα und 25x10 min OIII (7 Std., 10 min)  

© Text: Dr. Kai-Oliver Detken (AVL),
    Foto: Dr. Kai-Oliver Detken, Oliver Schneider und Mark Schocke (VdS)

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