Ende März, genauer am 28. März 2026, sollte wieder der von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) initiierte Astronomietag stattfinden. Bundesweit sollen dazu alle möglichen astronomischen Einrichtungen ihre Türen der Öffentlichkeit öffnen. Von Anfang an war unsere AVL bei dieser Initiative dabei und hat für die Öffentlichkeit ihren Beitrag geleistet. Über lange Zeit auf dem Gelände unserer Vereinigung in Wührden und inzwischen in Lilienthal direkt am Telescopium.
Dass wir diesen Ort so häufig auswählten, liegt ausschließlich an der besonderen verkehrsgünstigen Lage am Ortseingang der Gemeinde. Ob einfach zu Fuß, per Straßenbahn oder doch mit dem Auto, hier kann es eigentlich Jeder einrichten, uns zu finden. Zudem bildet der historische Nachbau des 27-füßigen Großteleskops natürlich einen Magneten. Der Nachteil wird durch die ungünstigen Lichtverhältnisse der Gemeinde Lilienthals gebildet. Da wir aber fast ausschließlich Mond- und Planetenbeobachtungen anbieten, sind diese Nachteile zu verschmerzen.
Bereits im vergangenen Jahr hatten wir die Planung zu diesem Tag begonnen. Ist er doch Bestandteil des Veranstaltungsreigens der AVL und entsprechend in unserer Gesamtplanung enthalten. Es ist sicher Routine für uns geworden, solche Angebote zu bieten. Dennoch müssen zahlreiche Planungen erfolgen, die von uns zu erledigen sind. Unsere Mitglieder bauen dazu ihre eigenen Geräte auf und die Koordination dafür muss gewährleisten, dass entsprechende Personen vor Ort sind. Diese wiederum müssen bei der Auswahl ihrer mitgebrachten Geräte entscheiden, wie sich das Wetter möglicherweise auswirkt. Nicht zuletzt muss die Presse informiert werden, denn es sollen ja Besucher kommen, die sonst kaum Zugang zur Astronomie haben.
Am Morgen des 28. März regnete es. Es war kalt und so mancher konnte sich kaum vorstellen, ob wir am Abend etwas ausrichten können. Und wer schon keinen sonstigen Glauben hat, der Wetterbericht gab Hoffnung. Ab ca. 18:00 Uhr sollten sich die dichten Wolken verziehen und später sollte es sogar vollkommen aufklaren. Unser Beginn war offiziell für 19:00 Uhr geplant. Und tatsächlich, ab 19:00 Uhr war es zwar noch nicht wirklich dunkel aber der Himmel war nahezu wolkenlos. Wir begannen mit Vorträgen in der Besucher-Info des Telescopiums zur Himmelsmechanik des Sonnensystems. In drei Kurzvorträgen wurde von der Entstehung bis zur Bewegung der Planeten und des Mondes erläutert, was für viele nie ganz einfach zu verstehen ist.
Nachdem es nun wirklich dunkel wurde, sammelten sich kleine Gruppen an den mitgebrachten Geräten. Mond, Jupiter und besondere Sternkonstellationen wurden nun mit den Geräten angepeilt und von uns und unseren Besuchern betrachtet. Da ausgerechnet Mond und Jupiter extrem hochstanden, war eine „Anfahren“ mit dem Telescopium selber nicht möglich. Hier sind leider mechanische Grenzen, die unsere Möglichkeiten begrenzen. Dennoch wurde durch das Großgerät geblickt und wenigstens Sterne und Sternhaufen ins Visier genommen. Schließlich ist der Blick durch ein so großes Instrument immer etwas Besonderes.
Text: Gerald Willems
Bilder: Felix Widera