Eindrucksvolle Lesung von Autor Jakob Stein vor dem historischen Hintergrund des Telescopiums

Am 21. Juli bestand für die AVL-Mitglieder die Möglichkeit den Autor Jakob Stein, der eigentlich im wahren Leben Nobert Rojan heißt und in Frankfurt am Main wohnt, bei einer Lesung vor dem historischen Hintergrund des Telescopiums hautnah zu erleben. Er hatte seinen Roman „Lilienthal oder die Entzauberung des Himmels“ bereits einen Abend vorher im Schroeter-Saal im Murkens Hof mit musikalischer Begleitung offiziell vorgestellt. An diesem Abend, an dem das Wetter den Teilnehmern hold war, wurden in kleiner Besetzung weitere Auszüge aus seinem Buch den interessierten Zuhörern dargeboten.

Nobert Rojan alias Jakob Stein merkte man an, dass er ganz und gar in die Lilienthaler Geschichte eingetaucht ist. Er empfindet die damaligen Pionierleistungen als Einzigartigkeit und verlor sich dabei gerne in weiteren Superlativen. Dass der Name Johann Hieronymus Schroeter in Lilienthal immer noch nicht jedem Bürger bekannt ist und man in Bremen nach wie vor Aufklärungsarbeit leisten muss, empfindet er als Außenstehender als etwas befremdlich. Dieses Wissen ist aus seiner Sicht leider im Strudel der Geschichte untergegangen und konnte u.a. erst durch die AVL vor 20 Jahren wiederbelebt werden.

Er selbst ist durch Arno Schmidt auf Lilienthal und Schroeter gekommen. Arno Schmidt hatte sich viele Jahre mit Schroeter beschäftigt und wollte ein Monumental-Werk mit über tausend Seiten schreiben, was ihm aber nie gelang. Es wurden zwar diverse Recherchen von ihm durchgeführt, aber nie wie geplant veröffentlicht. Immerhin wurden Teile davon in dem Roman „Kaff oder Mare Crisium“ von Schmidt verarbeitet. Dieses Buch bekam Stein vor 40 Jahren in die Hände und war sofort fasziniert. Als Basis seiner Einarbeitung wurden dabei die Recherchen von Schmidt einbezogen. Es sollte aber noch einige Jahrzehnte dauern bis das hier vorgestellte Buch wirklich angegangen und vollendet wurde, da Stein in der Zwischenzeit andere Buchprojekte umsetzte.

Der Roman „Lilienthal oder die Entzauberung des Himmels“ enthält zwei Handlungsstränge, um den Blick in die Vergangenheit und die Gegenwart zu werfen. Dafür wurde von ihm der Schriftsteller Charly erfunden, der in Andenken an seinen Großvater ein Buch über die Geschichte der Astronomie schreiben möchte. Denn Stein war es wichtig die damaligen neuen Erkenntnisse mit den heutigen zu vergleichen. So kann der Leser die damaligen Beobachtungen besser einordnen. Beispielsweise dachte man zu Schroeters Zeiten noch, dass der Mond eine Atmosphäre haben könnte, es Mondbewohner gebe und die Mondkrater auf Vulkanismus beruhten. Wenn man dieses bedenkt, kann man die Leistung der damaligen Astronomen wie Schroeter umso beachtlicher einschätzen.

Die Lesung fand unter freiem Himmel mit Blick auf das Telescopium für ca. 10 Gäste statt. Das Wetter meinte es dabei gut mit allen Teilnehmern, denn die Sonne ließ sich blicken und das Unwetter verschwand am Horizont. Dazu wurde Wein oder Wasser gereicht. Fragen konnten immer wieder direkt gestellt werden, so dass sich auch eine interessante Diskussion mit dem Autor ergab. Abschließend konnte das Buch mit persönlicher Widmung erworben werden. Eine schöne Veranstaltung, die man gerne einmal wiederholen könnte, wie alle Teilnehmer fanden. Nobert Rojan alias Jakob Stein hatte es ebenfalls gut gefallen, weshalb er versprach wiederzukommen.

Text und Bilder: Dr. Kai-Oliver Detken

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