Perseidengrillen bei der AVL mit wenigen Perseiden

Perseidengrillen bei der AVL mit wenigen Perseiden

Am 13. August war es mal wieder soweit. Das traditionelle Perseidengrillen fand bei der AVL auf dem Gelände des Vereinsheims in Wührden statt. Nachdem die ganze Woche über von einem Wetterhoch dominiert wurde, versprach es ein lauschiger Abend zu werden. Nur der Vollmond störte die Beobachtungen sowie auftauchende Quellwolken.

Die Perseiden, die auch volkstümlich Tränen des Laurentius genannt werden, sind ein jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstrom, der in den Tagen um den 12. August ein deutliches Maximum an Sternschnuppen aufweist. Sie haben eine hohe Geschwindigkeit und können als sogenannte Feuerkugeln sogar die Helligkeit der Venus erreichen. Der Radiant, der scheinbare Ursprung dieses Stroms, liegt im namensgebenden Sternbild Perseus, nahe der Grenze zur Kassiopeia. Wie dies aussehen kann, wenn man fünf Stunden lang den Himmel intensiv beobachtet, zeigt das Bild von Maciej Libert, der dieses Jahr bei Bremerhaven auf einem Feld stand und immerhin in dieser Zeit 20 Perseiden aufnehmen konnte.

Abbildung 1: Aufnahme von Maciej Libert bei Bremerhaven in der Zeit von 23:30 - 04:30 Uhr
Abbildung 1: Aufnahme von Maciej Libert bei Bremerhaven in der Zeit von 23:30 - 04:30 Uhr

Das der Vollmond ein Problem bei der Beobachtung werden würde, war im Vorfeld klar. Denn man sollte eigentlich zur Beobachtung einen dunklen Ort aufsuchen. Die beste Beobachtungszeit ist dafür zwischen 2 und 4 Uhr, weil dann Kassiopeia direkt im Zenit steht und Perseus im Osten ungefähr 20 Grad tiefer. In diesem Zeitrahmen sind die meisten Perseiden normalerweise zu sehen, weil ihr Radiant am Sternhimmel in Bewegungsrichtung der Erde liegt und sie damit direkt in den Perseiden-Schwarm hineinläuft. Auch in den Tagen davor und danach sind nach Mitternacht meistens 10-30 Perseiden pro Stunde zu sehen. Die Zahl der Meteore ist allerdings jedes Jahr unterschiedlich und hängt davon ab wie nah die Erde auf ihrer Umlaufbahn dem früheren Kometen 109P/Swift-Tuttle kommt. Für dieses Jahr waren daher eher geringere Aktivitäten vorhergesagt worden.

Abbildung 2: Fachsimpeln beim Grillen
Abbildung 2: Fachsimpeln beim Grillen

Nichtsdestotrotz kam am Freitag ein Anruf von „Buten & Binnen“ von Radiobremen bei der AVL rein, die einen Bericht über die Perseiden bringen wollten und daher nachfragten, ob wir am Freitag auf einem Feld beobachten würden. Ich entgegnete erst einmal, dass man dieses Jahr aufgrund des Vollmonds und der geringen Zenithal Hourly Rate (ZHR) des Meteorstroms nicht viel würde sehen können und wir deshalb keinen Event am Freitag eingeplant hatten. Wir könnten sie aber ggf. zu unserem Perseidengrillen zum Vereinsheim einladen. Dies wurde aber dankend abgelehnt, weil man unbedingt einen Bericht am Samstagabend bringen wollte. Es wurde daher die Sterngucker in Langwedel alternativ gefragt und Andreas Vogel, der auch das Planetarium in Bremen leitet, gab u.a. bereitwillig Auskunft. Der Bericht kann in der ARD-Mediathek auch nachträglich eingesehen werden: https://www.butenunbinnen.de/videos/sternschnuppen-vollmond-nacht-sternengucker-sternwarte-100.html

Abbildung 3: Gemütliches Beisammensein beim Essen
Abbildung 3: Gemütliches Beisammensein beim Essen

Es war vielleicht auch besser so, dass wir keinen Besuch von „Buten & Binnen“ bekamen, denn so wurden wir nicht durch helle Scheinwerfer und fragende Reporter beim Beobachten und Grillen gestört. Ungefähr 15 AVL-Mitglieder waren dem Aufruf von Volker Kunz gefolgt und fanden sich zum gemütlichen Zusammensein bei den Sternwarten ein. Für Getränke und glühende Kohlen war ab 19:30 Uhr pünktlich gesorgt worden – Volker organisierte die kleine Veranstaltung wie im letzten Jahr souverän. Während des Essens wurde sich ausgetauscht und gefachsimpelt. Danach ging es auf die Jagd nach den Perseiden, die sich wie vorhergesehen sehr rar machten. So konnten bis nach Mitternacht nur eine Handvoll Exemplare gesichtet werden. Neben dem Mond kam noch eine Wolkenbank aus dem Osten dazu, die die Sichtungen erschwerte. Trotzdem war niemand enttäuscht auch ohne Sichtung nach Hause gehen zum müssen. Zu schön war der Abend bei durchgehend ca. 20 Grad und endlich mal wieder ungezwungenem Beisammensein gewesen.

Text: Dr. Kai-Oliver Detken

Bilder: Jürgen Adamczak und Maciej Libert

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