Schnuppenparty oder "Die Nacht der Wünsche"

Jedes Jahr in der ersten Augusthälfte durchkreuzt unser Heimatplanet auf seinem Lauf um die Sonne die Bahn eines bekannten Himmelskörpers. Es ist der Komet 109P/Swift-Tuttle, dessen wissenschaftliche Bezeichnung ich mir nie merken kann. Jedes Mal bei Annäherung an die Sonne verliert dieser Komet Material, dass aus sicherer Entfernung betrachtet, zu einen langen hellen Schweif werden kann. Befindet sich die Erde inmitten dieses Materialstromes, so können wir in der Nacht viele Sternschnuppen regnen sehen. Sie scheinen alle aus der Region des Sternbildes Perseus zu kommen. Daher spricht man in diesem Fall vom Sternschnuppenstrom der Perseiden.

Um dieses Ereignis zu erleben, veranstalten wir von der AVL jedes Jahr eine Schnuppenparty, bei der wir mit Familie und Freunden gemütlich zusammensitzen, gemeinsam grillen und sobald es Nacht wird, uns zurücklehnen und gebannt in den Himmel schauen, um einige Sternschnuppen zu erhaschen. Letztes Jahr wurde die Schnuppenparty allerdings kurzerhand in MoFi-Party umbenannt, fand doch eine ganz besondere Mondfinsternis statt. Die Feier war ein voller Erfolg, nicht zuletzt dank der warmen Sommernacht und des klaren Himmels.

Um kurz vor 19 Uhr verabredete ich mich mit Jürgen Ruddek auf dem Gelände, um beim Aufbau zu helfen. Zu allererst baute ich allerdings meine Fotoausrüstung auf. Danach half ich beim Aufbau der Tische und Bänke, der Grill wurde entzündet. Und schon trafen die ersten Gäste ein. Das Ehepaar Rentzow staunte über den frisch gemähten Rasen. Es wurde über die Anschaffung eines neuen Aufsitzrasenmähers diskutiert. Jeder der Gäste hatte etwas Leckeres als Beilage mitgebracht. Und so hatten wir insgesamt ein abwechslungsreiches Buffet und niemand musste hungern. Es wurde viel gelacht und Urlaubsgeschichten wurden ausgetauscht. Auch das eine oder andere Fachgespräch lockte zum Zuhören, haben wir doch alle ein gemeinsames Hobby, die Astronomie! Es trafen immer mehr Gäste ein, so dass wir diesen Abend mit insgesamt 16 Gästen feiern konnten. Dies freut mich ganz besonders, da es in früheren Zeiten auch schon mal Schnuppenpartys mit nur 6 Teilnehmern gab. Allerdings war zu der Zeit das Wetter auch sehr kalt und nass gewesen.

Die letzten Wolkenfetzen zogen über unseren Köpfen hinweg und ab etwa 22 Uhr, als es langsam dunkel wurde, kamen direkt über uns die ersten Sterne zum Vorschein. Der Mond stand diese Nacht recht tief am Südhimmel. Jupiter und später auch Saturn waren klar zu erkennen. Jürgen Ruddek und ich öffneten die kleine Sternwarte und richteten das Beobachtungsfernrohr auf Mond, Jupiter und Saturn. Und so kam Bewegung in die Gäste. Jeder wollte einen kleinen Blick auf unsere Nachbarplaneten richten.

Gegen halb zwölf war das Buffet wieder abgebaut, einige Gäste hatten sich schon verabschiedet. Und so kam der Rest von uns zur Ruhe und konnte es sich bei immer noch warmen Temperaturen nun bequem machen, um den klaren Himmel nach Sternschnuppen abzusuchen. Es dauerte eine Weile bis zu den ersten Oohs und Aahs, aber einige Sternschnuppen waren sehr schön anzusehen. "Habt Ihr Euch auch etwas gewünscht?"

Bis um Mitternacht blieben wir und zählten leider nur eine magere Ausbeute von 5 Sternschnuppen. Der Höhepunkt ist gegen 2 Uhr morgens angekündigt. Doch so lange wollte dann doch keiner von uns bleiben. Bleibt nur noch zu hoffen, dass der Aufsitzrasenmäher bald wieder funktionstüchtig sein wird. So können wir auch im kommenden Jahr wieder eine ereignisreiche Schnuppenparty feiern.

Und wer an diesem Abend nicht dabei sein konnte, der kann ihn in diesem Video im Zeitraffer noch einmal nach erleben.

Fotos: Jürgen Ruddek
Video, Text: Volker Kunz

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