Historisches

Lilienthal und die Astronomie

Die Geschichte der Astronomie in Lilienthal an der Wende zum 19. Jahrhundert ist auf das Wirken der Astronomen Johann Hieronymus Schroeter, Karl-Ludwig Harding und Friedrich- Wilhelm Bessel begründet.

27-füßige Spiegelteleskop
27-füßiges Spiegelteleskop

Schroeter, von Beruf Jurist, Oberamtmann in Lilienthal und Astronom aus Leidenschaft, errichtete in Lilienthal die größte Sternwarte des europäischen Kontinents mit einer stattlichen Anzahl von Spiegelteleskopen aus eigener Fertigung. Zwei feste Observatorien sowie mehrere freistehende Großteleskope, wie z.B. das 27-füßige Spiegelteleskop, standen vornehmlich für die Beobachtung der Objekte des Sonnensystems zur Verfügung.

J. H. Schroeter darf als Begründer der Erforschung zur physikalischen Beschaffenheit der Sonne und der Planeten betrachtet werden. Seine Aufzeichnungen der Mondbeobachtungen - die Selenotopografischen Fragmente - galten lange Zeit als Standardwerke zur Erforschung des Erdtrabanten. Namhafte Naturwissenschaftler und Astronomen der Zeit zählten zu Schroeters Mitbeobachtern und Gästen.


Im Jahre 1800 wurde auf Initiative des Gothaer Astronomen Franz Xaver von Zach in Lilienthal die Astronomische Gesellschaft mit Schroeter als Präsidenten gegründet. Sie hatte zum Ziel, den damals noch fehlenden Planeten zwischen der Mars- und der Jupiterbahn aufzufinden. Während der festgelegten Suche durch bekannte Astronomen der Zeit entdeckte Wilhelm Mathias Olbers in Bremen schließlich die Planetoiden Pallas und Vesta sowie Harding bei Schroeter in Lilienthal den Planetoiden Juno.


Text: H.J. Leue

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